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1991-1994

Da in Zotzenbach einige Betriebe mit Gabelstaplern angesiedelt sind, wurde 1991 ein Hebekissen mit 10 Tonnen Tragkraft angeschafft.

Am 17. Februar 1991 erfolgte die offizielle Übergabe des neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 8, welches am 6. Juli 1990 abgeholt wurde. Der Antrag hierzu wurde 1986 an die Gemeinde gestellt. Das 4.250 DM teure Funkgerät bezahlte die Wehr aus ihrer Kasse. Das alte LF 8 wurde kostenlos an die Feuerwehr in der Gemeinde Wust abgegeben. Die Gemeinde Wust liegt ca. 60 km nordöstlich von Magdeburg im neuen Bundesland Sachsen-Anhalt.

Am 1. Juni 1991 fand erstmals ein "Feuerabend" statt. Der Hauptmitwirkende war dabei Robby Walthes aus Zotzenbach. Daß dieser Abend in jeder Hinsicht ein einzigartiger Erfolg war, läßt sich daran erkennen, daß alle Plätze in der Trommhalle eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung restlos besetzt waren. Groß war die Enttäuschung bei der Wehr, als der "Feuerabend" 1992 nur mäßige Resonanz fand. Und das, obwohl erstklassige Künstler auftraten.

1991 wurde ein Notstromaggregat angeschafft, welches in den vergangenen Jahren schon mehrfach eingesetzt wurde.

Aufgrund aufgetretener Feuchtigkeitsschäden am Feuerwehrheim mußten im Herbst 1992 aufwendige Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. Dazu wurde auf mehr als 30 m Länge die Außenwand 2 m tief freigelegt. Vorstehender Beton wurde abgespitzt, die Wand isoliert und eine Dränage verlegt. Die Feuerwehrkameraden wendeten hierfür in wochenlanger Arbeit etwa 500 Arbeitsstunden auf. Die Gemeinde mußte somit nur die Materialkosten übernehmen.

An dieser Stelle sei der Gemeinde Rimbach und hier besonders Bürgermeister Erich Nauth für die seitherige Unterstützung und vertrauensvolle Zusammenarbeit herzlich gedankt.

In früheren Jahrzehnten wurden im Zuge von innerörtlichen Bachverdolungen Vorrichtungen für einen Wasseraufstau mit eingebaut.

Von seiten der Gemeinde Rimbach ist vorgesehen, auch an offenen Bachbereichen Staumöglichkeiten zu schaffen. Diesbezügliche Vorbereitungen wurden für den Bereich der Brücke in der Bachgasse getroffen. Außerdem sollen an der Brücke zur Einfahrt auf den Parkplatz der Trommhalle entsprechende Vorrichtungen eingebaut werden.

Aufgrund der geringen Niederschlagsneigung der vergangenen Jahre ist der Grundwasserspiegel deutlich gesunken. Dies wurde vom Regierungspräsidium in Darmstadt zum Anlaß genommen, für die Sommermonate des Jahres 1993 den Wassernotstand auszurufen. Dies hatte zur Folge, daß für Übungszwecke kein Wasser mehr aus den Hydranten entnommen werden durfte.

Wie in den vorausgegangenen Jahren fand auch im Juni 1993 am Gerätehaus wieder ein Familientag statt. Damit verbunden war eine Kinderbelustigung, welche großen Anklang fand.

Am. 25. Juni 1993 mußte ein Brand auf der Grünschnittdeponie in der Aspenklamm bekämpft werden.

Am 23. Mai 1993 nahm die Wettkampfgruppe zum zehnten Mal an den Kreisleistungswettkämpfen teil, welche diesmal in Einhausen stattfanden. Unsere Aktiven belegten dabei einen beachtlichen fünften Platz, die bisher beste Plazierung.

Nach dreimaliger erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmer das Eiserne Leistungsabzeichen. Dies steigert sich über Bronze und Silber bis hin zum Goldenen Abzeichen bei sechsmaliger erfolgreicher Teilnahme. Mittlerweile haben sieben Kameraden das Goldene Abzeichen und weitere vier Kameraden wurden mit Silber, Bronze und Eisen ausgezeichnet.

Die Zotzenbacher Wehr zählt damit zu einer der am besten ausgebildeten Feuerwehren im Kreis Bergstraße, so Kreisbrand- und Ortsbrandmeister Heinz Allert auf dem Kameradschaftsabend im November 1993.

Die zweite Hälfte des Jahres 1993 stand im Zeichen der Vorbereitungen für die Festlichkeiten zum 100jährigen Bestehen 1994. Hierzu zählte auch die außerordentliche Mitgliederversammlung vom 26. November 1993 mit dem einzigen Tagesordnungspunkt der Verabschiedung einer Vereinssatzung. Dies war Voraussetzung für die Anerkennung als gemeinnütziger Verein.

Aufgrund länger anhaltender Niederschläge kam es wenige Tage vor Weihnachten 1993 zu verheerenden Überschwemmungen u. a. im Neckartal. Die gemessenen Pegelstände der letzten einhundert Jahre wurden dabei übertroffen. Auch unsere Wehr beteiligte sich am 23. Dezember 1993 bis in die Abendstunden mit fünf Mann an der Säuberung eines Straßenabschnittes in Neckarsteinach.

Wenige Tage zuvor mußte zu nächtlicher Stunde Treibgut aus dem Zotzenbach in Höhe des Rathauses beseitigt werden, um eine Verstopfung des Durchlasses und damit Überflutung der Hauptstraße zu verhindern. Anschließend wurden noch zwei überflutete Keller leergepumpt.

Anläßlich der Überreichung von Goldenen Leistungsabzeichen zeigte sich Kreisbrandinspektor Herbert Funk auf der Generalversammlung am 29. Januar 1994 erfreut darüber, daß die Wehr über einen solch hohen Ausbildungsstand verfügt.

Der Brandschutz in unserem Ort mit seinen ca. 2.200 Einwohnern ist somit gewährleistet.

Finanzielle Unterstützung zur Anschaffung von Gerätschaften und Bekleidung erhält die Wehr von der Gemeinde Rimbach und nicht zuletzt von ihren dreihundert fördernden Mitgliedern.

Der Einsatzbereich unserer Wehr ist nicht nur auf die geschilderten Hilfeleistungen und Brandbekämpfungen begrenzt, sondern von wesentlich größerer Bandbreite. Immer wieder kommt es vor, daß, um nur einiges zu nennen, Kaminbrände bekämpft, Ölspuren beseitigt und Unfallstellen gesichert werden müssen. Besonders die technische Hilfeleistung in Not- und Unglücksfällen hat dabei in den letzten Jahren erheblich zugenommen. In Zukunft wird es mehr als bisher Aufgabe der Feuerwehr sein, durch Aufklärung der Bevölkerung, beginnend in der Schule, einen vorbeugenden Brandschutz zu betreiben.

Rückblickend kann man feststellen, daß die Festlichkeiten im Jahre 1994 nur möglich sind, weil sich in den vergangenen einhundert Jahren immer wieder verantwortungsbewußte Bürger mit dem Ziel zusammengeschlossen haben, den Mitmenschen in der Not zu helfen. Dies geschieht freiwillig und uneigennützig. Der Dank und Respekt gilt daher all jenen Wehrmännern, die einen Teil ihrer Freizeit den Belangen der Freiwilligen Feuerwehr geopfert haben. Die meisten Mitglieder unserer Altersabteilung waren über vier und fünf Jahrzehnte hinweg in der Einsatzabteilung tätig. Ernst Geiß sen. gehört der Wehr bereits mehr als sechzig Jahre an.

Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, daß es auch in Zukunft immer wieder Menschen geben möge, die den Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr aufgeschlossen gegenüberstehen und sich hierbei tatkräftig engagieren.

Nur so können auch in Zukunft die Herausforderungen getreu dem Wahlspruch "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" bewältigt werden.